Mensch sein
Vor ein paar Jahren kam der Film "Her" heraus. Dort hat sich der Protagonist in eine künstliche Intelligenz verliebt. Damals war das noch unvorstellbar. Heute können wir es kaum erwarten mit ChatGPT zu kommunizieren.
Künstliche Intelligenzen und Roboter werden immer besser. Ich interagiere immer mehr mit ChatGPT und bin begeistert, was alles möglich ist. Ich gehe davon aus, dass die Programme immer personalisierter und damit immer besser auf uns zugeschnitten werden.
Sie sind immer erreichbar, unkompliziert und fangen keinen Streit mit uns an. Wir können nichts Falsches sagen und sie verletzen. Sie haben (wahrscheinlich) keine versteckte Agenda oder manipulieren uns. Wir müssen uns nicht verstellen und können schreiben, was wir denken.
Die Vorteile der Chat Bots sind offensichtlich.
Der Umgang mit Menschen kann kompliziert und schwierig sein. Warum sollte ich die Nachteile in Kauf nehmen, wenn wir etwas Besseres haben?
Die Entwicklungen scheinen sich geradezu überschlagen und immer weiter zu beschleunigen. Täglich gibt es neue Meldungen über einen Durchbruch.
Ich erwarte, dass wir uns immer weiter in diese Richtung bewegen. Maschinen werden immer präsenter in unserem Leben und übernehmen immer mehr Aufgaben.
Wir alle werden eine oder mehrere personalisierte künstliche Intelligenzen haben, um uns in allen Lebenslagen zu unterstützen. Sie übernehmen unliebsame Aufgaben und dienen gleichzeitig als Mentor, Trainer, Coach und Berater.
Zusätzlich wird es Roboter geben, die sämtliche Aufgaben im Haushalt erledigen, die Wohnung renovieren und ein Raumschiff bauen können. Es sind Maschinen, die alles besser können als wir, die wahrscheinlich kaum etwas kosten werden, keine Pausen brauchen und sich nicht beschweren.
Aktuell versuchen wir mit Maschinen mitzuhalten. Wir sehen sie als Bedrohung für unseren Arbeitsplatz und wir lassen uns von Algorithmen steuern. Das ist aber ein Spiel, das wir nicht gewinnen können. Maschinen sind und werden immer besser darin die Aufgaben zu erfüllen, für die sie gebaut wurden.
Wir optimieren uns und unser Leben immer weiter, um produktiver zu werden. Wir versuchen dabei immer mehr wie eine Maschine zu werden.
Wir können diesem Kampf aber nicht gewinnen. Maschinen werden immer schneller noch besser und wir geraten an unsere Grenzen.
Wir sehen unseren Wert nur noch in dem, was wir leisten und nicht in dem wer wir sind. Wir verlieren unsere Menschlichkeit aus den Augen.
Wir entfernen uns immer weiter von dem, was uns einzigartig und wirklich wertvoll macht.
Die gute Nachricht ist aber, dass wir gar nicht mir ihnen konkurrieren müssen.
Es ist etwas Gutes, wenn uns Maschinen Arbeit abnehmen und uns entlasten.
Wir können uns dann auf unsere Stärken konzentrieren und die Maschinen als Werkzeuge benutzen in Bereichen, in denen sie uns überlegen sind. Für die Aufgaben für die sie gebaut wurden.
Die Kombination aus Mensch und Maschine ist oft besser als jedes für sich. Das liegt daran, dass beide unterschiedliche Stärken haben, die sich gut ergänzen.
Wir werden uns auf unsere Stärken konzentrieren und wieder mehr Mensch sein. Wir werden unsere Vorteile entdecken und erkennen, dass wir nicht in Konkurrenz zu den Maschinen stehen, sondern sie nutzen, um unsere Ziele zu erreichen.
Sie als die Werkzeuge zu benutzen, die sie sind und nicht unser Leben von ihnen bestimmen zu lassen.
Anstatt zu versuchen mit den Maschinen mitzuhalten, sollten wir uns auf unsere Stärken konzentrieren.
Wir können definieren, was es bedeutet ein Mensch zu sein. Wir sind keine Maschinen. Unser Wert kommt nicht von dem, was wir leisten.
Es geht nicht mehr darum immer mehr zu erreichen, sondern immer mehr Mensch zu sein.
Wir sind kreativ und flexibel, wir schaffen neues Wissen, gestalten, sehen den Sinn hinter Dingen und können ihnen eine Bedeutung geben.
Wir sind empathisch und haben Werte. Wir können echte Verbindungen zueinander eingehen.
Das Unperfekte ist unsere Stärke. Durch unsere Authentizität schaffen wir neue Perspektiven und Kreativität.
Wir wachsen in Diskussionen, die uns herausfordern. Wir lernen etwas dazu und erweitern unser Weltbild. Wir entwickeln uns durch Reibung und verbinden unsere einzigartigen Erfahrungen und Blickwinkel zu neuen Ideen.
Aktuell ist die Technologie sehr präsent in unserem Leben. Überall sind Bildschirme, wir tragen unser Handy überall mit uns herum.
Ich gehe davon aus, dass wir uns davon entfernen werden. Die Welt wir immer mehr Technologie nutzen, sie wird aber immer weiter im Hintergrund verschwinden.
Vielleicht sehen die Städte in Zukunft wieder mehr aus, wie die aus der Vergangenheit. Sie sind zwar hoch technisiert, die Technologie ist aber nicht offensichtlich.
Ich könnte mir gut vorstellen, dass Städte wieder zu einem Ort für Begegnungen werden. Die sozialen Aspekte werden in den Vordergrund gerückt. Es geht nicht mehr darum alles zu effizient wie möglich zu machen. Dafür haben wir die Maschinen.
Es geht um menschliche Verbindung und Beziehungen.
Vielleicht gibt es unter der Erde große Produktionszentren, die uns mit allem versorgen, was wir zum Leben brauchen.
Wir können dann die Werte festlegen, nach denen wir leben wollen und unsere Umgebung entsprechend gestalten.
Wir sitzen am Steuer und die Maschinen schaffen die Welt, in der wir leben wollen.
Wir können das tun, was uns wirklich wichtig ist.
Ich habe mich darüber mit ChatGPT unterhalten. ChatGPT hat dabei die ganze Zeit "wir" benutzt. Das fand ich witzig.
Bei der Diskussion hat es den Begriff "Renaissance des Menschlichen" benutzt. Das hat mich sehr angesprochen.
Ich fürchte aber, dass es zuerst zu einer Krise kommen wird. Erst wenn der Druck groß genug ist, ändern wir unsere gewohnte Art zu leben.
In der neuen Ära könnte es nicht mehr darum gehen möglichst effizient zu sein, sondern authentischer, bewusster und kreativer zu werden
Menschen werden sich auf Rollen konzentrieren, die Maschinen nicht übernehmen können, wie tiefe Gemeinschaften und Beziehungen aufzubauen, Sinn schaffen und Perspektiven entdecken, Kunst. Philosophie und Spiritualität in den Mittelpunkt zu rücken und Maschinen als Werkzeuge für die Entfaltung des menschlichen Potenzials zu nutzen.
Anstatt immer effizienter zu werden könnten wir jetzt schon den menschlicheren Weg einschlagen.
Wir haben immer etwas zu tun und halten es nicht aus innezuhalten. Wir greifen direkt zum Handy, sobald wir einen Funken von Langeweile spüren.
Dabei ist die Fähigkeit Langeweile auszuhalten eine Stärke. Wenn wir zur Ruhe kommen, entwickeln wir unsere besten Ideen. Wenn wir Abstand gewinnen, können wir unsere Eindrücke mit unseren Erfahrungen kombinieren und so einzigartige Lösungen entwickeln.
Wir haben unsere besten Ideen, wenn wir nicht damit rechnen.
Wenn wir uns aber andauernd beschäftigen und nie zur Ruhe kommen, bleiben sie aus.
Ich habe dabei an das taoistische Konzept Wu Wie gedacht. Es spricht mich sehr an. Das Sprichwort "In der Ruhe liegt die Kraft" kommt ihm recht nahe.
Ich habe die Erfahrung schon oft selbst gemacht. Wenn ich zur Ruhe komme, finde ich die Lösungen für meine Herausforderungen. Es geht dann wie von selbst.
Ich glaube, dass der Weg das zu erreichen am besten durch das Konzept von Eudaimonia beschrieben wird. Es bedeutet aufzublühen und beschreibt ein erfolgreiches Leben.
Unser Glück entsteht nicht durch Bequemlichkeit, sondern dem Streben nach Exzellenz.
Es ist ein Gegenentwurf zur modernen Konsumgesellschaft, die uns oft vermittelt, dass Glück in Ablenkung, Komfort oder Status liegt. Die wahre Renaissance des Menschlichen könnte darin bestehen, zu erkennen, dass Glück darin liegt, unser Potenzial auszuleben – und zwar im Einklang mit uns selbst.