Smart

10.08.2025 - 6 min

Ich habe versucht, mir smarte Ziele zu setzen, spezifisch, konkret und zeitbezogen.

Schon als ich damit angefangen bin es ist mir sehr schwergefallen.

Ich habe mich selbst im Laufe der nächsten Tage immer weiter unter Druck gesetzt. Ich wollte unbedingt an diesen Zielen arbeiten und sie erzwingen.

Ich hatte immer mehr, das Verlangen auszubrechen und wegzulaufen.

Selbst die Dinge, bei denen ich normalerweise zur Ruhe komme, hab nicht mehr wirklich funktioniert. Es war plötzlich etwas, dass ich hinter mich bringen musste, um es abzuhaken.

Alles in mir hat sich gegen diese Ziele gewährt.

Mir ist dann klar geworden, dass mein eigentliches Ziel ist, genau diesen Druck loszuwerden.

Ich führe eigentlich ein gutes Leben. Es fällt mir aber noch schwer das zu erkennen.

Das Einzige, was mir im Weg steht, bin ich selbst. Ich mache mir den Druck, der dazu führt, dass ich es nicht genießen kann.

Wenn ich den Druck nicht mehr habe, fällt vieles von dem, was ich jetzt verzweifelt versuche einfach weg.

Ich muss dann nicht mehr weglaufen, besser werden oder eine Lösung finden.

Ich versuche immer noch, meine Ziele zu erreichen, indem ich mehr mache.

Ich glaube aber immer mehr, dass es bei mir darum geht, weniger zu tun. Den Druck rauszunehmen mehr Lockerheit, Freude und Spaß zuzulassen.

Ich glaube, ich fange an zu begreifen, dass ein immer noch mehr nicht mehr die Lösung ist.

Ich bin übers Ziel hinausgeschossen und das, was am Anfang funktioniert hat, funktioniert jetzt nicht mehr.

Ich habe zu lange zu viel gemacht. Ich habe mich und meinen Körper zu lange überfordert und mir nicht die nötigen Erholungsphasen gegeben.

Ich habe mir eingeredet, dass ich nur noch ein bisschen mehr machen muss und dann habe ich mein Ziel erreicht. Es war immer zum Greifen nah. Wenn ich aber einen Schritt gemacht habe, war das Ziel auch einen Schritt weiter entfernt.

Gerade so weit, dass ich es nicht greifen konnte. Ich musste nur noch ein bisschen mehr machen, um es zu erreichen. Beim nächsten Mal funktioniert es bestimmt.

Wie dem Esel, den wir eine Karotte vors Maul halten.

Ich brauche einen neuen Ansatz, etwas anderes.

Ich glaube immer mehr, dass es ein Schritt zurückzutreten ist.

Der Preis dafür scheint mir aber sehr hoch zu sein. Das ist das, was mich davon abhält.

Ich habe Angst, etwas zu verlieren.

Es fühlt sich fast unmöglich an. Nach dem Schwersten, was ich in meinem Leben gemacht habe.

Nach großem Risiko. Als könnte ich alles verlieren und mein ganzes Leben würde auf dem Spiel stehen.

Als würde ich mich selbst verraten, aufgegeben oder sterben.

Ich merke aber immer deutlicher, dass der Tank leer ist. Es geht so einfach nicht weiter.

Das ist aber etwas, das ich mir erst am Wochenende eingestehen konnte. Das habe ich die ganze Zeit vor mir selbst versteckt. Ich wollte es nicht wahrhaben.

Ich bin der Typ, der keine Pausen braucht. Der einfach immer weitermachen kann.

Der alles mit einem Lächeln schafft, ohne ein Zeichen von Schwäche.

Immer weiter, immer besser.

Ich glaube aber, dass die Umstellung eher ein Investment ist. In mein Leben, meine Lebensqualität und mein Glück.

Ich gebe mir die Gelegenheit durchzuatmen und mich zu erholen.

Dadurch erreiche ich dann meine Ziele trotzdem aber auf eine viel angenehmere Weise. Ich höre auf Dinge zu erzwingen und es zu übertreiben. Ich möchte nicht mehr weglaufen und rebelliere nicht mehr gegen mich selbst.

Die Ziele zu erreichen ist trotzdem hart. Ich kämpfe aber nicht noch zusätzlich mit mir selbst.

Ich empfinge Freude und Spaß auf dem Weg. Das ist etwas, was immer weniger Raum in meinem Leben hatte. Deshalb hat es sich leblos und maschinell angefühlt.

Was bei mir funktioniert, sind Strukturen und Pläne. Dinge, die ich regelmäßig machen kann, durch die ich dann die Ziele erreiche.

Ich kann mir zum Beispiel vornehmen, drei Monate nach einem Ernährungsplan zu essen. Dieser Plan führt dann dazu, dass ich abnehme.

Wenn ich hingegen sagen würde, in drei Monaten möchte ich X Kilo wiegen funktioniert es nicht.

Ich setze mich dann zu sehr unter Druck. Ich möchte es erzwingen.

Ich neige dann noch dazu, es zu übertreiben. Ich überspanne den Bogen und dann gibt es eine Gegenreaktion, mit der ich meinen Fortschritt wieder zu Nichte mache.

Dann möchte ich das Ergebnis noch mehr erzwingen und es schaukelt sich gegenseitig hoch, bis ich es nicht mehr aushalte.

Am Ende bin ich dort, wo ich angefangen habe, hatte aber eine schreckliche Zeit.

Ich bin von einem Extrem ins andere gegangen. Es hat mich aber nicht weitergebracht und ich bin auf der Stelle getreten.

Wenn ich mich aber voll auf den Prozess konzentrieren kann, fällt es mir leichter. Ich weiß, dass ich das Ergebnis erreiche, wenn ich mich an den Plan halte.

Wenn es nicht nach der Zeit funktioniert hat, kann ich es noch mal probieren.

Ich kann den Prozess kontinuierlich anpassen und darauf achten nicht den Spaß und die Lockerheit zu verlieren.

Anstatt ein Plan für drei Monate zu machen, wäre es wahrscheinlich noch besser, einen für einen Monat zu machen. Nach der Zeit überprüfe ich dann, ob ich mit dem Ergebnis zufrieden bin. Wenn nicht, mache ich weiter. Wenn doch höre ich auf.

So kann ich immer wieder kleine Kurskorrekturen machen und komme an meinem Ziel an.

Ich habe keinen Zeitdruck. Ich habe alle Zeit der Welt. Ich mache mir den Druck selbst. Dadurch wird alles schwieriger und ich sabotiere mich selbst.

Wenn ich mich auf den Prozess konzentriere, erreiche ich meine Ziele ohne diesen Druck. Dadurch leide ich deutlich weniger und erreiche meine Ziele erst recht.

Ich sabotiere mich nicht selbst, sondern genieße den Weg.

Ich gebe jeden Tag mein Bestes und strebe an, keine Ausnahmen zu machen. Ich lasse aber trotzdem Raum für die Menschlichkeit.

Es gibt kein Scheitern, sondern nur gewinnen und lernen.

Wenn ich das Ergebnis nicht erreicht habe, liegt das nicht daran, dass ich ein schlechter Mensch bin oder die Realität falsch ist.

Es ist eine Gelegenheit den Prozess zu verbessern. Es ist menschlich Fehler zu machen und dadurch Rückschläge zu erleiden. Wir sind keine Maschinen. Und das ist gut.

Wir können aber daraus lernen und unser System anpassen. Dadurch fällt es uns immer leichter, uns an den Plan zu halten.

Wir finden heraus, warum etwas nicht funktioniert hat und können dann Anpassungen machen.

Das macht es spannend und reizvoll.

Was ist dein Traum? Wie kann ich helfen?