Verzerrung

17.08.2025 - 9 min

Ich erkenne immer deutlicher, wie Glaubenssätze meine Sicht auf die Realität verzerren.

Anstatt die Situation objektiv zu betrachten, sehe ich eine Version der Geschichte, die es so gar nicht gibt. Mein Verstand zeigt mir, was ich erwarte oder sehen möchte.

Ich treffe Annehmen und fülle alle Lücken großzügig aus. Wir täuschen uns selbst und sehen die Welt durch eine Brille aus unseren Erfahrungen, Erwartungen und Wünschen.

Wir sind sehr gut darin unsere emotionalen Entscheidungen mit logischen Gründen zu rechtfertigen.

Dadurch reagiere ich dann nicht angemessen auf Situationen. Ich nehme sie völlig falsch wahr. Ich interpretiere Verhalten und unterstelle Gründe, die es gar nicht gibt.

Die Welt ist ein riesiger Spiegel und zeigt uns oft die Anteile in uns, die wir nicht sehen wollen. Unser Verstand rechtfertig unser Verhalten und gibt äußeren Umständen oder anderen die Schuld.

Das ist aber eine Art der Opfermentalität. Wir geben unsere Verantwortung ab und können dadurch nichts an der Situation ändern.

Wenn wir stattdessen Verantwortung übernehmen und hinterfragen, wenn wir etwas in uns aufsteigen spüren, dem wir uns nicht stellen möchten, gelingt es uns daran zu wachsen.

Das Leben stellt uns vor die Aufgaben, die wir für den nächsten Schritt brauchen. In jeder Herausforderung steckt eine Lektion.

In jedem Problem steckt bereits die Lösung.

Nur wenn wir sie lernen, entwickeln wir uns weiter. Durch neue Fähigkeiten ergeben sich neue Möglichkeiten und Chancen. Wir öffnen eine neue Welt voller Gelegenheiten.

Wenn wir die Herausforderung annehmen, hinterfragen wir auch unsere Glaubenssätze, die unsere Welt formen.

Die Realität zeigt uns, was funktioniert. Wenn wir nicht das Ergebnis bekommen, was wir erwarten, gibt uns das die Gelegenheit unsere Vorstellung, wie die Welt funktioniert zu aktualisieren.

Die Realität ist nicht schuld, wenn etwas anderes eintritt, als wir uns erhoffen.

Je näher wir an der Realität sind, umso leichter ist es Entscheidungen zu treffen und Zusammenhänge zu erkennen.

Wir schaffen das, indem wir experimentieren und dadurch Erfahrungen sammeln. Wir finden so heraus, was funktioniert und irgendwann auch warum das so ist. Dann haben wir es wirklich verstanden.

Wenn wir uns vollkommen akzeptieren, inklusive all unserer Schwächen und Fehler, sind wir perfekt.

Schwäche zuzugeben ist paradoxerweise ein Zeichen von Stärke.

Wir alle wollen ein authentisches Leben führen. Tragen aber verschiedene Masken und passen uns an.

Ich jage Zielen nach in der Hoffnung, dass sie alles besser machen.

Viele davon möchte ich aber gar nicht wirklich.

Es ist mehr ein Weglaufen und Vermeiden. Ich überlege mir Wege, wie ich mich meinen Ängsten nicht stellen muss. Das aber natürlich unbewusst.

Meine Glaubenssätze und Ängste bestimmen dadurch mein Leben.

Wie soll ich so herausfinden, was ich wirklich möchte?

Das geht nur durch experimentieren und das zu tun, wovor ich mich drücke.

Aktuell ist es unter anderem mich zu zeigen und über das zu sprechen, was mich wirklich interessiert.

Meine Vision und Ideen zu teilen. Meine Gedanken eine hoffentlich bessere Welt zu schaffen.

Eine Umgebung in der wir alle aufblühen können und meine Rolle dabei.

Ich habe Angst vor Ablehnung. Bei Kritik kommt bei mir direkt an nicht gut genug zu sein. Zu doof, naiv, nicht qualifiziert.

Was sollen die anderen denken? Was ist, wenn meine Ideen wirklich dumm sind? Wie soll ich anfangen? Mit wem kann ich darüber sprechen?

Ich habe einen Plan und unendlich viele Ideen. Nur für den entscheidenden Teil, Menschen dafür zu gewinnen und begeistern, fehlt mir die Lösung.

Hauptsächlich aus Angst.

Ich habe angefangen meine Texte zu teilen. Ich könnte das aber noch viel weiter ausbauen.

Ich hoffe, dass jemand dadurch auf mich zukommt. Dann muss ich nicht den ersten Schritt machen. Dann gehe ich das Risiko abgewiesen zu werden nicht ein.

Es ist passiv. Ich rufe in den Wald und laufe dann schnell weg.

Zusätzlich könnte ich aber direkt auf Menschen zugehen und mit ihnen darüber sprechen.

Ich möchte aber auch niemandem auf die Nerven gehen und Zeit stehlen.

Alle wirken immer so beschäftigt und haben wichtigeres zu tun, als sich meine Gedanken anzuhören.

Ich weiß nicht, wo ich andere finde, die Interesse an Persönlichkeitsentwicklung und dem Aufbau von Infrastruktur und Werkzeugen zum Aufblühen haben.

Ich möchte bessere Abläufe und Prozesse. Ich möchte alles automatisieren. Ich möchte mit Maschinen zusammenarbeiten. Ich möchte, dass wir Mensch sein können.

Ich bin davon überzeugt, dass es einen besseren Weg zu leben gibt als den Status Quo.

Brian Johnson hat mit Heroic ein ziemlich gutes System geschaffen. Es ist mir aber noch zu theoretisch.

Ich möchte etwas Konkretes. Einen Startpunkt, der uns ins Laufen bringt.

Einen ersten Plan, der den Stein ins Rollen bringt. In dem Wissen, dass es nicht der optimale Plan für uns ist, den wir aber anpassen können.

Wir sammeln erste Erfahrungen und finden so heraus, was uns gefällt und was nicht.

Es gibt eine Software, die uns durch den Tag führt. So machen wir das, was wir uns vorgenommen haben und können auswerten, was funktioniert.

Ich möchte darauf aufbauend den Ort der Persönlichkeitsentwicklung, das Eudaimonium, erschaffen und dort leben.

Hier können wir aus dem ersten Plan unsere Tage als Meisterwerke erschaffen.

Es ist alles vorhanden, was wir für das gute Leben brauchen, aber nicht mehr.

Wie können uns komplett auf die Persönlichkeitsentwicklung und unser Projekt konzentrieren.

Um das umzusetzen, brauche ich aber Energie, Zeit und Geld.

Die Energie und die Zeit kommen von dem System selbst. Das ist wozu Tage als Meisterwerke da sind.

Das Startkapital von der Optimierungsmanufaktur.

Ich kann das Ziel sehen, mir fehlt aber der nächste Schritt.

Hier kommen wieder Glaubenssätze ins Spiel. Sie verzerren meine Wahrnehmung.

Ich hoffe, dass Kunden für die Optimierungsmanufaktur einfach so auf mich zukommen. Dass ich sie neben meinem Job betreuen kann und sie sich gleichzeitig für das ganze System begeistern und engagieren.

Es soll der Motor für alles andere werden.

Eine weitere Hoffnung ist, dass jemand von den Ideen so begeistert ist und alles finanziert.

Es ist aber eine Art des Weglaufens oder Aufschiebens.

Es sind alles Gedanken, die mich davon abhalten mich wirklich zu zeigen und aktiv zu werden.

Ich kann mir einreden, dass ich mit diesen Texten an dem Projekt arbeite.

Sie helfen mir zwar dabei meine Ideen zu ordnen und zu strukturieren, ich arbeite dadurch aber nicht konkret an dem eigentlichen Ziel.

Es fällt mir aber schwer das zu erkennen, weil ich Angst davor habe. Ich versuche mich selbst zu schützen, indem ich mich austrickse und gleichzeitig die echte Lösung vor mir selbst verstecke.

Im Nachhinein ist sie wahrscheinlich offensichtlich.

Gleichzeitig denke ich über die Selbstoptimierung immer mehr als Phase in unserem Leben nach.

Ich glaube, dass wir in unserem Leben (materielle) Erfolge brauchen, um zu erkennen, dass es nicht die Lösung ist.

Das es im Leben im mehr geht.

Es ist nur eine Stufe in unserer Entwicklung.

Es ist etwas, dass wir selbst erleben müssen und scheinbar nicht von anderen lernen können.

Für viele ist das wahrscheinlich offensichtlich.

Sie haben gemerkt, wann es genug ist, und widmen sich dann anderen Dingen.

Wenn wir die Latte aber immer höher legen und es kein Genug gibt, können wir die Lektion nicht lernen.

Wir sind dann in einem Hamsterrad gefangen. Wir laufen immer schneller, kommen aber nie voran.

Wir geben alles und sind davon überzeugt nur noch ein bisschen mehr Gas geben zu müssen, um das Ziel zu erreichen.

Es fällt uns schwer zu erkennen, dass es nicht funktioniert, obwohl wir es schon so oft erlebt haben.

Wir machen immer das gleiche und hoffen auf ein anderes Ergebnis.

Wir brauchen aber einen anderen Weg. Die Lösung ist aus dem Hamsterrad auszusteigen.

Was sich so einfach anhört, ist aber sehr schwierig. Es widerspricht allem, was wir kennen. Wir müssen etwas aufgeben, was grundsätzlich funktioniert. Wir müssen aber erkennen, dass wir es übertrieben haben.

Wir haben uns in eine Sackgasse manövriert.

Wir sind schon über die Ziellinie gekommen, haben es aber nicht bemerkt und machen immer weiter.

Die Bahn wird abgebaut und es wird immer dunkler und schwieriger. Wir treffen immer weniger Läufer und die Zuschauer fragen sich, was wir machen.

Wir drehen aber immer weiter unsere Runden. Es ist das Einzige, was wir kennen. Es ist unsere Lösung für alles.

Wir reden uns ein, dass wir Irgendwann gut genug sind und aufhören können.

Die Frage ist nur wann. Wer bestimmt, dass wir genug sind? Wie erkennen wir es? Müssen wir erst die Welt retten? Was machen wir danach?

Es ist ein Rennen ohne Ziel.

Wir fragen uns, wann wir das Ziel endlich erreichen. Wir merken, dass etwas nicht stimmt, könne es aber nicht erkennen.

Wir haben das Gefühl, dass wir eigentlich schon am Ziel sein sollten. Trauen uns aber nicht nachzufragen.

Wann ist es genug? Wann können wir endlich aufhören?

Das System wäre dann dafür da diese Phase möglichst angenehm und effizient zu überwinden, damit wir uns auf die wichtigen Dinge im Leben wie Beziehungen und ein authentisches Leben konzentrieren können.

Die Lösung ist wohl uns unseren Ängsten zu stellen. Das zu tun, wovor wir uns drücken.

Unsere Komfortzone zu verlassen und Erfahrungen zu sammeln. Wir werden scheitern und Rückschläge erleiden.

Das sind aber wertvolle Daten, aus denen wir lernen.

Gewinnen oder lernen.

Was ist dein Traum? Wie kann ich helfen?