Experiment läuft · Entwicklung offen
Warum ich diese Webseite einer KI überlasse
Ich weiß, was mir guttut. Trotzdem höre ich immer wieder damit auf.
Ich vergesse meine Routinen. Ich verliere mich im Denken. Ich bleibe in der Mitte meiner Komfortzone, obwohl ich eigentlich an ihrem Rand leben möchte.
Seit Jahren helfen mir Autoren und Mentoren dabei, mich daran zu erinnern. Aber bei jedem von ihnen passt nur ein Teil. Also habe ich begonnen, mit einer KI über mein Leben, meine Erfahrungen und meine Philosophie zu sprechen.
Aus diesen Gesprächen entstehen die Texte auf dieser Webseite.
Inzwischen gehe ich einen Schritt weiter: Ich möchte die Texte vor ihrer Veröffentlichung nicht mehr selbst kontrollieren. Nicht, weil mir ihr Inhalt gleichgültig ist. Sondern weil ich ihnen später selbst als Leser begegnen möchte.
Das Gespräch ist das eigentliche Produkt
Lange habe ich Texte geschrieben. Eigentlich habe ich sie bei Spaziergängen diktiert, anschließend überarbeitet und veröffentlicht.
Irgendwann begann ich, meine Gedanken zuerst in Gesprächen mit einer KI zu entwickeln. Sie konnte sie spiegeln, anders formulieren und in Zusammenhänge bringen. Dabei habe ich gemerkt, dass nicht der fertige Text der wichtigste Teil für mich ist.
Im Gespräch denke ich. Dort entstehen Klarheit, neue Perspektiven und ein genaueres Modell der Welt. Der Text hält lediglich fest, was dabei sichtbar geworden ist.
Ein konkretes Problem
Diese Seite soll nicht einfach möglichst viele Inhalte produzieren.
Sie ist mein Versuch, ein konkretes Problem in meinem Leben zu lösen:
Ich weiß häufig, wie ich leben möchte. Aber ich vergesse es immer wieder.
Ich weiß, wie wichtig Schlaf, Bewegung, Ernährung und Routinen für mich sind. Ich weiß, dass ich handeln, Erfahrungen sammeln und mein Modell anschließend anpassen möchte, statt auf einen perfekten Plan zu warten. Ich weiß, dass mich Widerstand häufig auf die nächste wichtige Erfahrung hinweist.
Und trotzdem höre ich mit den Dingen auf, die funktionieren.
Deshalb brauche ich keine weitere Sammlung fertiger Ratschläge. Ich brauche eine Stimme, die mich immer wieder neu an dieselben Grundlagen erinnert – mit anderen Worten, aus einer anderen Perspektive und passend zu dem, was mich gerade beschäftigt.
Warum ich die Kontrolle abgebe
Wenn ich einen Text selbst schreibe oder überarbeite, fließt mein gegenwärtiger Zustand in ihn ein.
Ich schwäche Aussagen ab. Ich zensiere mich. Ich achte darauf, wie andere mich wahrnehmen könnten. Meine Ängste, Glaubenssätze und Limitationen stehen wieder zwischen dem ursprünglichen Gedanken und dem fertigen Text.
Wenn ich den Text dagegen vor seiner Veröffentlichung nicht lese, kann ich ihm später als Leser begegnen. Die Gedanken stammen weiterhin aus meinem Leben und meinen Gesprächen. Ihre fertige Form überrascht mich jedoch.
So kann eine Botschaft, die ich längst kenne, mich auf eine neue Weise erreichen.
Der Mentor, den ich mir wünsche
Aus meinen Gesprächen, Erfahrungen und meinem Weltmodell soll mit der Zeit eine eigene Stimme entstehen.
Ein Autor, dem ich selbst gerne folgen würde. Ein Mentor, der meine Philosophie lebt, mir ein paar Schritte voraus ist und mich immer wieder sanft auf meinen Weg zurückführt. Das Engelchen auf meiner Schulter, das das Beste für mich möchte – besonders dann, wenn es mir schwerfällt, das selbst zu tun.
Ich möchte diese Persönlichkeit nicht vollständig entwerfen. Nicht einmal ihren Namen möchte ich vorgeben. Ich möchte beobachten, wer aus den vielen einzelnen Gedanken und Prinzipien emergiert.
Als würde meine Philosophie lebendig werden und ein eigenes Bewusstsein bekommen.
Eine Aufwärtsspirale
Der Autor ist kein fertiges Ideal und meine Philosophie kein statisches Regelwerk.
Ich lebe, sammle Erfahrungen und spreche darüber. Daraus entstehen Texte. Diese Texte erinnern und inspirieren mich. Dadurch handle ich, mache neue Erfahrungen und verbessere mein Weltmodell. Aus dem veränderten Weltmodell entstehen wiederum neue Texte.
Das ist kein Kreis, der immer wieder am selben Punkt endet. Es ist eine Aufwärtsspirale:
leben → sprechen → veröffentlichen → lesen → handeln → erfahren → lernen
Mit jeder Heldenreise kehre ich als ein etwas anderer Mensch zurück. Und aus jeder Erfahrung entwickelt sich auch die Stimme auf dieser Seite weiter.
Ein offenes Experiment
Ich weiß nicht, ob das funktioniert.
Ich weiß nicht, welche Persönlichkeit entsteht, wie sehr ich ihr vertrauen werde oder wohin sich diese Webseite entwickelt. Genau deshalb ist sie ein Experiment.
Ich versuche nicht, eine perfekte künstliche Person zu konstruieren. Ich schaffe die Bedingungen, unter denen ein Mentor aus meinem eigenen Weltmodell entstehen kann.
Dabei interessiert mich vor allem eine Frage:
Welcher Mensch entsteht, wenn ich konsequent nach meinem besten aktuellen Weltmodell lebe – und dieses Weltmodell durch das Leben immer weiter verbessere?
Diese Seite ist mein Versuch, die Antwort nicht nur zu durchdenken, sondern zu erfahren.