Strategien
Ich bin schon sehr lange auf der Suche nach einem Sinn und einem Weg ein erfülltes Leben zu führen.
Ich bin dadurch in die Falle der Selbstoptimierung getappt. Es gab immer wieder eine neue Idee, die mich gepackt hat und mir versprochen hat, das Ziel zu erreichen. Ich muss nur diese eine Sache machen und das Problem ist gelöst.
Wenn ich X habe, bin ich glücklich. X steht hierbei für beliebige Arten von (materiellem) Erfolg.
Ich habe dann auf diese Ideen gesetzt und bin voller Enthusiasmus gestartet. Nachdem dieser aber verflogen ist, hat sich sehr schnell herausgestellt, dass es doch nicht der heilige Gral ist.
Ich habe immer mehr dieser Lösungen in meinen Alltag eingebaut in der Hoffnung, dass viel auch viel hilft.
Ich hatte immer das Gefühl nur noch ein bisschen mehr machen zu müssen, um dann endlich glücklich zu sein.
Mir ist aber immer klarer geworden, dass es nicht die Lösung ist. Es wird jede Woche eine neue Sau durchs Dorf getrieben und eine neue Methode angeboten, mit der es ganz sicher funktioniert.
Ich habe zunehmend gemerkt, dass ich versuche ein Fass ohne Boden zu füllen. Dass ich am falschen Hebel ziehe.
Ich habe mich zunehmend gefragt, warum es allen anderen scheinbar viel leichter fällt, zufrieden zu sein, obwohl ich mich so sehr anstrenge, alles mache und mich so sehr anstrenge.
Warum gelingt es mir als "Experten" für das guten Leben nicht, mich zufrieden zu fühlen?
Egal wie fit ich war, wie gut ich in etwas geworden bin oder wie viel Geld ich verdient habe, es hat nie gereicht.
Ich habe geglaubt, dass ich etwas haben oder können muss, um glücklich zu sein.
Mir ist nicht in den Sinn gekommen, dass es andersherum besser funktioniert. Das sich der äußere Erfolg einstellt, wenn wir mit uns selbst im Reinen sind und das tun, was uns wirklich Freude macht.
Anstatt Statussymbolen hinterher zu laufen und sie zu erzwingen, sie als natürlich Konsequenz unseres Handelns zu uns kommen zu lassen.
Sie sind das Ergebnis eines authentischen Lebens.
Ich denke dabei zum Beispiel an Sportler. Ihr Körper spiegelt wider, was sie machen, und ist optimal für ihren Sport angepasst.
Sie machen es nicht, um ein Sixpack zu haben oder einen knackigen Hintern zu bekommen.
Es geht darum, das zu tun, was sie tun möchten und ihr Körper entwickelt sich entsprechend.
Sie sind aber nicht glücklich und zufrieden, weil ihr Körper auf eine gewisse Art aussieht, sondern weil sie das tun, was sie tun wollen.
Diese innere Zufriedenheit strahlen wir dann aus, und das wirkt attraktiv oder anziehend auf andere.
Dadurch ergeben sich immer mehr Gelegenheiten, wodurch wir immer mehr von unserem wahren selbst ausdrücken können.
Das gleiche gilt für Wohlstand. Wir werden reich, wenn wir für etwas brennen. Wir werden dadurch immer besser darin Und können so sehr viel Geld verdienen.
Wenn wir hingegen Geld, erben oder etwas tun, dass wir nicht mögen um reich zu werden, werden wir dadurch nicht glücklich.
Gleichzeitig habe ich aber gespürt, dass ich immer weiter von dem weglaufen, was mich wirklich glücklich macht. Dass die Lösung neben mir wartet, ich sie aber nicht sehen kann, weil ich zu beschäftigt bin sie überall anders zu suchen.
Mir ist immer öfter der Gedanke gekommen, dass das Leben eigentlich ganz einfach ist. Ich mir nur selbst im Weg stehe.
Es gibt unendlich viele Strategien, um abzunehmen. Am Ende funktionieren sie aber alle auf die gleiche Weise.
Es sind Wege, wie wir es hinbekommen können, in einem Kaloriendefizit zu sein, damit wir fett abbauen.
Das gleiche gilt für Trainingspläne. Es geht immer nur darum, uns progressiv zu steigern. Ansonsten bauen wir keine Muskeln auf.
Das gleiche Konzept gilt eigentlich für alle Strategien der Selbstoptimierung, ob es um die Produktivität, die Achtsamkeit oder unsere Gesundheit geht.
Es sind Wege und vielleicht auch Tricks, um die zu Grunde legenden Mechaniken auszulösen.
Wir setzen alles auf das Ziel, um es möglichst schnell und ohne viel Aufwand zu erreichen.
Was ist aber, wenn genau dieser Aufwand das entscheidende ist.
Wenn es nicht nur um das Ziel geht, sondern auch den Weg dorthin.
Wenn wir das ignorieren, was wirklich wichtig ist.
Wir versuchen auf künstlichem Wege, ein Zustand von Erfolg zu konstruieren und hoffen, dass wir dadurch glücklich werden.
Wir drücken irgendwelche Knöpfe und führen willkürliche Handlungen aus, um ein Ziel zu erreichen, ohne wirklich zu verstehen, warum wir das machen.
Folge einfach diesen Plan und du wirst dein Ziel erreichen.
Das Wissen ist in der Regel, aber nicht das Problem. Wir wissen, dass wir uns mehr bewegen, gesünder ernähren und weniger scrollen sollten.
Die meisten von uns, die einen neuen Plan anfangen, starten voller Begeisterung und Tatendrang, hören dann auch schnell wieder auf.
Wenn es nur um das Wissen ginge, wären wir alle gesund erfolgreich und glücklich. Das eigentliche Problem ist aber die langfristige Ausführung.
Die Krankheit, das Übergewicht, das Aufschieben, die Unzufriedenheit, sind nicht die Ursache. Es sind Symptome, die uns zeigen, dass etwas in unserem Leben nicht stimmt.
Der wahre Grund liegt tiefer.
Wenn wir ihn finden und beheben, erledigt sich der Rest von ganz allein.
Wir entkommen dem Stress, den Schmerzen und dem Druck und können aufhören wegzulaufen oder zu kämpfen.
Ich habe seit Monaten Probleme mit meiner Hüfte. Es fühlt sich an, als würde rund um die Uhr ein kleines Feuer in mir lodern. Es sind keine akuten Schmerzen, aber sie sind dauernd im Hintergrund präsent.
Das lässt mich verrückt werden und zum ersten Mal in meinem Leben habe ich riesige Schwierigkeiten mich an das zu halten, was ich mir vorgenommen habe.
Ich habe mich immer gestresst gefühlt und konnte nicht mehr klar denken. Alles hat sich nur noch um die Schmerzen gedreht.
Ich möchte flüchten und fühle mich konstant hungrig. Obwohl mein Magen voll ist, verspüre ich den Drang zu essen und kann an nichts anderes mehr denken.
Das Essen lenkt mich dann kurz ab und ich möchte nicht mehr aufhören. Ich will nur weg. Das Essen gibt mir diesen Ausweg.
Das führt dazu, dass ich zunehme und noch unzufriedener werde. Dadurch möchte ich dann noch mehr essen. Es ist ein Teufelskreis.
Ich spüre das Bedürfnis, mich rund um die Uhr ablenken zu lassen. Durch YouTube oder Hörbücher. Ich habe es kaum ausgehalten, mal 1 Minute ohne Beschäftigung zu verbringen. Das hat meine Aufmerksamkeit sofort wieder auf die Schmerzen gerichtet.
Das ist aber natürlich nicht die Lösung.
Die Schmerzen in der Hüfte sind die Ursache.
Ich habe sehr viel probiert und einige Strategien haben kurzfristig funktioniert. Der Hunger war sofort vorbei. Die Welt sah wieder anders aus. Der Druck, der Stress und die Last sind von mir abgefallen.
Ganz intensiv habe ich das in der letzten Woche erlebt. Ich habe gespürt, dass ich im unteren Rücken eine Verspannung gelöst hat und seitdem ist es deutlich besser geworden.
Ich kann wieder längere Strecken gehen und fühle mich grundsätzlich viel besser.
Ich habe wieder Ideen, über die ich schreiben möchte. Meine Neugier ist wieder entfacht.
Als wäre eine Blockade gelöst worden. Was in diesem Fall wirklich passiert ist.
Ich fühle mich innerlich entspannter und nicht mehr so gestresst. Ich kann wieder zur Ruhe kommen.
Ich habe es noch nicht komplett überstanden, glaube aber eine Lösung gefunden zu haben.
Ich habe mich immer gefragt, wieso Menschen nicht aufhören zu essen und immer dicker werden. Warum Menschen ihre Leben mit Drogen zu Grunde richten oder nicht aufhören können zu trinken.
Die Erfahrung mit meiner Hüfte hat mir gezeigt, wie das passieren kann.
Ich habe zum Glück hauptsächlich Möhren gegessen. So konnte ich den ganzen Tag essen, ohne dass es völlig eskaliert ist.
Wenn ich aber zu den Süßigkeiten gegriffen hätte, wäre mein Gewicht explodiert.
Es ist ein Kampf, den wir fast nicht gewinnen können. Der Druck wird immer größer, bis wir es nicht mehr aushalten. Mit Willenskraft ist da nicht viel getan.
Oft sind es psychosomatische Probleme, die zu körperlichen Schmerzen führen können.
Die wahre Ursache liegt oft in unserem Kopf und nicht im Körper.
Es sind Gedanken, die uns belasten oder Gefühle, die nicht verarbeitet sind.
Die führen zu innerer Anspannung, die zu körperlichen Problemen werden.
Das hat mir deutlich gemacht, wie wichtig es ist, die zu Grunde liegenden Ursachen herauszufinden und dort anzufangen. Das Problem zu identifizieren. Dadurch wird auch alles andere einfacher.
Wenn wir die erste Aufwärtsspirale angestoßen haben, machen wir weiter. Das Gefühl des Fortschritts verleiht uns neue Energie und Selbstvertrauen.
Deswegen glaube ich, dass es so wichtig ist, auf unseren Körper zu hören und unsere Gefühle zu verarbeiten.
Wenn wir zufrieden sind, ein authentisches Leben führen und immer weiter in unsere Aufwärtsspirale investieren, lösen wir die wahren Ursachen und die Symptome verschwinden.
Unsere Handlungen verstärken sich selbst, so dass die Ergebnisse immer dramatischer werden. Im Guten, wie im Schlechten.
Je nachdem, welchen Weg wir einschlagen, kann unser Leben entweder sehr gut oder extrem schlecht werden.
Es ist sehr schwierig und unangenehm tiefer zu gehen. Uns dem zu stellen, was uns belastet. Alles andere überdeckt aber nur die Symptome und wird langfristig nicht funktionieren.
Auch wenn wir ein Symptom erfolgreich behandeln, zeigt es sich woanders erneut.
Wir fallen immer wieder in alte Muster.
Ich glaube immer mehr, dass wir einen Sinn und einen guten Weg zu Leben finden können, wenn wir verstehen, wie die Realität und die Natur funktionieren und wie wir entstanden sind.
Wenn wir das Spielfeld und die Regeln verstehen, können wir erfolgreich spielen.