Gespräche mit Gott

20.04.2025 - 7 min

Mir wurde von einem Freund das Buch Gespräche mit Gott empfohlen. Bevor er mir den Titel verraten hat, hat er längere Zeit argumentiert, dass es nicht zwangsläufig ein religiöses Buch ist, sondern eher ein spirituelles.

Hätte er mir, den Titel davor verraten hat, weiß ich auch wieso. Ich glaube, ich hätte deutlich größeren Widerstand gespürt, wenn ich keine Erklärung bekommen hätte. Es geht in dem Buch nicht um den Mann mit dem weißen Bart, der im Himmel sitzt. Gott steht für das Universum, die Energie, etwas Größeres als wir selbst. Mit diesem Blickwinkel habe ich die drei Bände verschlungen.

Es geht unter anderem darum, warum es das Leben überhaupt gibt. Was ist der Sinn?

Gott ist alles. Er hat alles erschaffen und es ist alles vollkommen. Das Problem ist, dass er sich so selbst nicht erfahren kann.

Wenn immer alles gut ist, wissen wir es nicht zu schätzen und es ist normal. Wir brauchen die Gegensätze, um zu erfahren, was wirklich gut ist.

Aus diesem Grund hat Gott das Leben geschaffen. Dadurch kann er sich durch uns selbst erfahren.

Wir sind dabei, aber auch ein Teil von Gott, weil Gott alles ist. Es ist ziemlich kompliziert, macht aber irgendwie Sinn.

Mir gefällt die Vorstellung, dass wir freiwillig hier sind. Wir sind Teil etwas Größeren und sind hier, um etwas zu erfahren. Das nimmt den Druck raus. Wir können jederzeit wieder gehen aber auch wiederkommen. Dann wollen wir aber eine andere Erfahrung machen.

Ist ein endloser Kreislauf von getrennt sein und wieder zur Gesamtheit zurückzukehren.

Was auf den ersten Blick vielleicht sinnlos und nervig erscheint.

Wir brauchen aber die Gegensätze. Ich habe das besonders im Studium gemerkt. Am Ende des Semesters war ich froh, dass es vorbei war. Am Ende der vorlesungsfreien Zeit war ich aber auch froh, dass es wieder weitergeht.

Wir können auch nicht nur aktiv sein. Wir brauchen Erholungsphasen.

Wir können nicht immer auf Diät sein, sondern müssen auch davon eine Pause einlegen.

Egal wie sehr wir jemanden mögen. Wenn wir gar keine Zeit mehr für uns haben, bekommen wir Irgendwann zu viel von der anderen Person. Wir brauchen dann wieder Zeit für uns.

Das Leben besteht aus Rhythmen und Zyklen.

Wir brauchen das eine, um das andere zu erfahren. Ohne Licht gibt es keinen Schatten.

Was ich auch sehr faszinierend fand, war die Idee, dass es immer wieder dasselbe Muster im Universum gibt. Atom schließen sich zusammen zu Molekülen, Moleküle werden zu Zellen, Zellen zu Organen, Organe zu Lebewesen.

Lebewesen schließen sich zu Gruppen zusammen und bilden ein Ökosystemen. Das Ökosystemen ist auf einem Planeten. Der wiederum ist in einem Sonnensystem, was in einer Galaxie ist, die in einem Universum ist.

Alles ist in sich etwas Ganzes, aber auch gleichzeitig Teil von etwas Größerem.

Warum sollte das irgendwann aufhören? Warum kann Gott nicht auch ein Teil von etwas viel Größerem sein?

So geht es in alle Richtungen beliebig weit. Es gibt kein Ende. Schildkröten bis zum Ende.

Es wird argumentiert, dass wir auf die falschen Ziele aus sind. Wir streben nach Geld, Ruhm oder Macht. Wir lassen uns von der Angst steuern, obwohl es eigentlich nur Liebe gibt.

Es fällt uns schwer, mit scheinbaren Paradoxen umzugehen. Es ist zum Beispiel nicht okay Sterbehilfe zu leisten. Es ist aber okay, uns langsam mit zum Beispiel Alkohol zu vergiften und so umzubringen.

Wir übersehen, dass wir alle miteinander verbunden sind. Wir sind alle eins. Wir glauben, dass wir nur gewinnen können, wenn andere verlieren.

Laut dem Buch bestehen wir aus drei Teilen. Unserer Seele, dem Geist und unserem Körper. Wenn alles drei im Einklang ist, handeln wir nach unserem höchsten Selbst.

Leider ist das meistens nicht der Fall und wir priorisieren die Bedürfnisse unseres Körpers.

Je weiter wir uns entwickeln, umso mehr entwickeln sich auch unsere Bedürfnisse. Wir versuchen nicht mehr so sehr durch Vergnügen zur Zufriedenheit zu gelangen, sondern mehr und mehr durch unsere Erfahrungen und Evolution.

Alles, was es gibt, ist Energie. Auch wenn ein Stein statisch wirkt, sind die Atome, aus dem er besteht, ständig in Bewegung. Die Atome bestehen aus Schwingungen.

Das gleiche gilt auch für unsere Gedanken. Es ist aber eine sehr schwache Form von Energie. Es ist aber ein erster Schritt. Zuerst denken wir über etwas nach, dann sprechen wir darüber und anschließend handeln wir.

Auf diese Weise werden unsere Gedanken dann wahr.

Das Leben gibt uns auch immer genau die Dinge, die wir gerade benötigen oder erfahren wollen, auch wenn uns selbst das nicht wirklich klar ist. Wir bekommen genau das, was wir wollen. Wir erschaffen uns unsere Realität selbst.

Unsere Sinnesorgane interpretieren die Schwingungen um uns herum und erschaffen daraus unsere Realität.

Auch wenn ich bei diesen Themen sehr skeptisch bin, ist es schon ein interessanter Gedanke.

Es gibt einige sehr provokante Ideen in diesem Buch. Was aber eigentlich etwas Gutes ist. Sie regen zum Nachdenken an.

Aus meiner Sicht hat der Autor sich selbst eine Lebensphilosophie geschaffen. Er hat sich Fragen gestellt, was der richtige Weg zu leben ist. Er hat sich die großen Fragen gestellt.

Dann hat Gott, oder ich würde vielleicht sagen seine Intuition oder sein höchstes selbst, ihm die Antworten gegeben.

Die Römer haben vom Genius gesprochen, der unsere größten Erfolge ermöglicht. Wir sind nicht für selbst, die für großartige Dinge verantwortlich sind. Es kommt von woanders.

Ich finde es immer sehr interessant, über diese Dinge zu sprechen und zu erfahren, wie andere einen Sinn aus diesem Ganzen machen.

Ich denke das wir alle ein Framework brauchen, in dem wir leben können. Das uns einen Sinn gibt, dass die Dinge erklärt, die wir nicht erklären können.

Wenn wir diese Ideen veröffentlichen, kehren wir unser tiefstes Inneres nach außen. Das macht Angst. Wir zeigen uns verletzlich und nackt.

Ich finde es sehr mutig von dem Autor diese Bücher auf diese Weise veröffentlicht zu haben.

Sie sind sehr erfolgreich geworden und haben scheinbar sehr vielen Menschen geholfen.

Vielen von uns fehlt die Bedeutung im Leben. Es gibt niemanden mehr, der uns sagt, wie wir leben sollen. Der uns die Antworten auf diese schwierigen Fragen gibt. Wir sind größtenteils auf uns allein gestellt.

Früher hatten die Menschen Mythen und Religion. Vielleicht ist es an der Zeit, dass wir uns wieder mehr in diese Richtung bewegen.

Vielleicht ist es aber auch der richtige Weg, dass jeder seinen eigenen Mythos erschafft. Unseren eigenen Grund, warum wir etwas tun, was das Ziel unseres Lebens ist.

Wahrscheinlich ist es aber wie immer eine Kombination aus beidem. Wir können verschiedene Lebensphilosophie ausprobieren und uns dann daraus unsere eigene zusammenstellen.

Wir müssen die Regeln erst verstanden haben, bevor wir sie brechen können. Es ist wahrscheinlich auch gut, eine Struktur zu haben, an der wir uns orientieren können.

Mit der Zeit merken wir dann, was für uns funktioniert und was nicht. Wir können uns dann auf die Suche machen Und unsere eigene erschaffen.

Die kann dann vielleicht anderen helfen und die größere Philosophie beeinflussen.

Was ist dein Traum? Wie kann ich helfen?