Mahlzeiten

28.09.2025 - 5 min

Wir essen täglich drei Mahlzeiten, weil es sich während der Industrialisierung gut in den damaligen Tagesablauf eingefügt hat.

Morgens das Frühstück, um Energie für den Tag zu haben. Während der Pause in der Fabrik hat es sich auch angeboten, eine weitere Mahlzeit zu essen. Abends, wenn wieder alle zu Hause waren, konnten wir dann mit der Familie eine dritte Mahlzeit einnehmen.

Davor war die Tendenz eher zu ein bis zwei Mahlzeiten und gegebenenfalls ein paar Snacks zwischendurch.

Die Jäger und Sammler haben immer dann gegessen, wenn etwas verfügbar war und so viel wie möglich. Zwischendurch immer mal wieder ein paar Kleinigkeiten.

Oft sind mehrere Tage zwischen den Mahlzeiten vergangen, sodass sie fasten mussten oder nur kleine Snacks gegessen haben.

Dadurch hatte unser Körper viel Zeit für die Verdauung. Vielleicht ist es deshalb so gut für unseren Körper, wenn wir ihm, wie zum Beispiel beim Intervallfasten, Pausen vom Essen geben.

Wenn wir ständig essen, ist der Körper immer mit der Verdauung beschäftigt.

Er hat nur wenig Zeit für die Reparaturprozesse. Diese finden hauptsächlich statt, wenn wir mindestens 12 Stunden nichts gegessen haben. Größere Zeitfenster sind dabei besser.

Jäger und Sammler konnten immer nur das Essen, was gerade verfügbar war.

Zum Ende des Sommers und im Herbst gab es sehr viel Obst und Nüsse. Das war eine Zeit in der einen Überfluss an Nahrungsmitteln gab.

Sie konnten sich in der Zeit Fettreserven aufbauen, um dann durch den Winter zu kommen.

Nüsse enthalten sehr viel Fett und damit Energie. Es ist einfach uns so ein Fettpolster anzulegen.

Glukose aus Kohlenhydraten gelangt ins Blut und das Hormon Insulin entscheidet, was damit passiert. Entweder wird es direkt verbrannt, in die Speicher der Muskeln und Leber eingelagert oder, wenn die voll sind, zu Fett umgewandelt und gespeichert.

Die Fruktose im Obst umgeht dieses System und wird hauptsächlich in der Leber verarbeitet. Es ist leichter, sie auch in Fett umzuwandeln und somit die Energie zu speichern.

Ich finde dieses Zusammenspiel faszinierend.

Genau dann, wenn wir ein Fettpolster brauchen, sind die Dinge verfügbar, die genau dazu führen.

Bäume sind daran interessiert, die Früchte möglichst weit zu verteilen und haben sich gemeinsam mit Tieren und Menschen entwickelt.

Wenn wir Abläufe durch die Brille der Evolution betrachten, macht ergibt alles einen Sinn. Es ist so ein faszinierendes Zusammenspiel.

Je später die Früchte reifen, umso mehr Zeit hatte der Baum, um die Energie der Sonne aufzunehmen. Je mehr Energie die Früchte haben, umso attraktiver werden sie für die Tierwelt.

Wenn aber alle Früchte zur selben Zeit reifen, gibt es zu viel Auswahl und Konkurrenz zwischen den unterschiedlichen Obstbäumen. Es konnte auch ein Vorteil sein eher als andere reife Früchte zu produzieren.

Es ist in Abwägen von Vor- und Nachteilen und dem Finden eines Optimums. Im Laufe der Zeit haben sich so die unterschiedlichsten Strategien entwickelt.

Das Fettpolster, das wir uns im Herbst aufgebaut haben, bauen wir dann im Winter wieder ab.

Es gibt weniger Nahrung und durch die Kälte verbrauchen wir mehr Energie. Zusätzlich werden die Tage kürzer und wir haben weniger Zeit für die Jagd.

Es ist also eine Zeit Energie zu sparen und von unseren Reserven zu zehren.

Da es im Winter kaum pflanzliche Nahrungsmittel gibt, wird die Ernährung zu der Zeit auch eher von tierischen Lebensmitteln dominiert worden sein.

Wir können Kohlenhydrate, aber auch Fett zu Energie umwandeln.

Wahrscheinlich war im Sommer eher Glukose, der Energielieferant und im Winter das Fett.

Wenn wir uns hauptsächlich von Proteinen und Fetten ernähren, kommen wir in die Ketose.

Es ist eine andere Art des Stoffwechsels, auf den sich unser Körper erst einstellen muss. Es kann in den ersten Tagen zur Keto-Grippe kommen. Eine Phase der Umstellung in der wir uns kränklich und schwach fühlen.

Es gibt Theorien nach denen Ketone der bessere Treibstoff für unser Gehirn sind.

Eine ketogene Ernährung wird zum Beispiel empfohlen, wenn wir Krebs haben. Krebszellen ernähren sich von Zucker und gedeihen in anaeroben Bedingungen. Wenn wir aber keine Kohlenhydrate mehr zu uns nehmen, entziehen wir den Zellen ihre Nahrung.

Auch bei Diabetes und anderen Stoffwechselerkrankungen kann es helfen. dazu gibt es immer mehr Forschung.

Wir haben uns daran gewöhnt drei Mahlzeiten am Tag zu essen. Unabhängig davon, ob wir wirklich Hunger haben oder nicht. Außerdem gibt es eine Erwartung immer aufzuessen.

Unser Körper gewöhnt sich an feste Essenszeiten und schüttet das Hungerhormon Ghrelin aus. Deshalb fühlen wir uns immer hungrig kurz bevor es die nächste Mahlzeit gibt.

Die Konzentration sinkt aber nach einer Zeit wieder egal ob wir gegessen haben oder nicht.

Vielleicht geht es gar nicht darum, wann und wie viele Mahlzeiten wir essen, sondern darum, wieder zu lernen, auf unseren Körper und seine Signale zu hören.

Er hat sich gemeinsam mit allem anderen entwickelt – im Einklang mit Sonne, Jahreszeiten und Verfügbarkeit.

Wenn wir verstehen, wie er funktioniert, und ihm wieder vertrauen, können wir uns als Teil des großen Ganzen erleben und das Wunder des Lebens wirklich auskosten.

Was ist dein Traum? Wie kann ich helfen?