Bremen

23.01.2023

Ich habe am Wochenende einen Freund in Bremen besucht. Wir haben uns seit zehn Jahren nicht gesehen, es hat sich aber angefüllt, als wäre keine Zeit vergangen.

Wir haben uns direkt wieder gut verstanden und ich bin froh die Reise gemacht zu haben.

Ich habe mir vorher überhaupt keine Sorgen gemacht, dass etwas schief gehen könnte oder wir uns nicht verstehen. Ich bin völlig ohne Erwartungen nach Bremen gefahren.

Wir haben spontan entschieden was wir machen wollen und vorher nichts geplant.

Ich habe es einfach auf mich zukommen lassen und das hat sich sehr angenehm angefühlt. Ich habe keinen Druck verspürt etwas tun oder erreichen zu müssen.

Meistens fällt mir das sehr schwer. Ich mache mir zu viele Gedanken oder habe zu hohe Erwartungen. Das hat mich sehr gefreut.

Ich frage mich aber, ob ich diese Reisen wirklich für mich selbst mache. Ich habe ein bisschen das Gefühl, sie eher für die Wirkung auf andere zu machen.

Ich bin mir nicht sicher, ob sie mich wirklich glücklich machen oder ob es mir eher gefällt sagen zu können, dass ich Städtereisen mache.

Es gefällt mir selbst zwar ganz gut, ist aber auch sehr viel Aufwand.

Danach ist wieder alles durcheinander und ich muss mich erst mal wieder an meinen normalen Tagesablauf gewöhnen.

Bei meinen letzten Reisen hatte ich immer sehr viel Zeit für mich. Ich habe einen anderen Blickwinkel auf mein Leben bekommen und hatte neue Ideen.

Dieses mal haben wir viel Zeit zusammen verbracht und deshalb habe ich nicht die Ruhe gefunden, um alle Eindrücke zu verarbeiten. Ich habe sehr viel Neues erfahren und gesehen. Dadurch geht mir wieder sehr viel durch den Kopf.

Nicht die ganze Zeit alleine zu sein war natürlich genau der Plan und der Sinn der Reise.

Ich habe am Samstag Morgen aber trotzdem Zeit für mich geahbt. Ich habe einen langen Spaziergang gemacht und bin auch alleine zum Training gefahren.

Ich habe dort viel über den Ort der Persönlichkeitsentwicklung nachgedacht und wie ich leben möchte.

In Bremen gibt es die Wallanlagen. Es ist ein Grünstreifen, der sich durch die Stadt zieht, ähnlich wie das Glacis in Minden. Mir gefällt so etwas sehr gut. Wenn es nach mir ginge würde es noch deutlich mehr davon geben.

Ich glaube die ganze Zeit aufeinander zu hocken wäre mir zu viel gewesen.

Ich habe nach der Reise wieder alles infrage gestellt.

Es könnte sein, dass ich durch die Reisen etwas erlebe, was ich wirklich möchte und es mir deshalb so schwer fällt, wieder zur Normalität zurückzukehren.

Ich sehe mich dann als digitaler Nomade die Welt entdecken. Aktuell habe ich wieder Lust auf Abenteuer und möchte etwas besonderes erleben.

Wahrscheinlich liegt es aber auch daran, dass ich gerade ein Buch über ein Abenteuer lese, was mir sehr gut gefällt.

Ich denke wahrscheinlich wieder, dass das die eine Lösung ist und hoffe glücklich zu sein, wenn ich es tue.

Aber auch dort wird es Schwierigkeiten und Probleme geben. Es ist nicht das Allheilmittel.

Ich möchte die Erfahrung, die das Team aus dem Buch gemacht hat, in einer ungefährlichen Art und Weise ohne mein Leben pausieren zu müssen, simulieren.

Wie kann ich Abenteuer erleben, ohne für ein halbes Jahr durch den Regenwald zu wandern?

Ich habe mir dann direkt wieder die Frage nach dem guten Leben gestellt.

Es muss ja nicht gleich so extrem sein. Ich kann mich langsam herantasten und herausfinden, was mir gefällt und was ich wirklich möchte.

Ich glaube was mich am meisten an der Geschichte fasziniert ist der Zusammenhalt. Sie unterstützen sich gegenseitig bei ihrer Wanderung durch den Urwald. Sie müssen sie komplett aufeinander verlassen. Einer steht für den anderen ein. Sie habe nur das Nötigste dabei und ein klares Ziel.

Bedingungslose Unterstützung und absolutes Vertrauen.

Die Unzufriedenheit lag sicherlich auch daran, dass ich von Freitag auf Samstag nur sehr wenig und unruhig geschlafen habe.

Der Samstag war dann auch ziemlich anstrengend mit 35.000 Schritten und einem leichten Training.

Ich habe es wahrscheinlich einfach mal wieder übertrieben.

Wir sind am Samstag zum Brunchen gegangen und ich habe sehr viel gegessen und auch viele Lebensmittel, die ich normalerweise vermeide. Es hat sich so angefühlt, wie nach Weihnachten.

Ich war völlig vollgefressen und habe mich kränklich gefühlt.

Ich konnte mich nicht wirklich konzentrieren, habe mich Durcheinander gefühlt und mich nicht wirklich erholt. Mein Gehirn hat sich verklebt angefühlt, wie bei einem Kater. Ich war völlig durch den Wind.

Ich bin immer mehr davon überzeugt, dass meine Ernährungsweise die bessere ist. Diese Auswirkungen habe ich nur, wenn ich mich anders ernähre.

Ich stelle das immer wieder fest, scheine aber nichts daraus zu lernen. Ich sollte solche Exzesse vermeiden.

Wenn ich aber erstmal angefangen habe, fällt es mir sehr schwer aufzuhören.

Ich esse einfach immer weiter und spüre kein Sättigungsgefühl. Irgendwann war mein Bauch einfach komplett voll und es ging nichts mehr rein. Ich hätte aber gefühlt noch weiter essen können, obwohl es mir schon leicht schlecht ging.

Ich fühle mich wie ein Abhängiger, der einfach nicht aufhören kann.

Wie ein Kind in einer Schokoladenfabrik. Völlig im Zuckerrausch.

Es fühlt sich etwas an wie eine allergische Reaktion. Meine Augen waren aufgequollen, meine Nase verstopft und ich habe mich generell neben der Spur gefühlt.

Es kann natürlich auch einen anderen Grund gehabt haben, ich fange aber an daran zu zweifeln. Für mich wird es immer klarer, dass es an der Ernährung liegt.

Es kann natürlich auch eine Kopfsache sein. Zumindest wird es zu einem Teil mit dafür verantwortlich sein.

Das wirkt alles sehr wie eine Essstörung.

Es ist mir wirklich wichtig gut zu altern. Ich möchte so lange wie möglich fit bleiben. Ich möchte nicht jahrelang vor mich hinvegitieren und auf den Tod warten. Ich möchte mich auch im Alter noch bewegen können.

Ich bin der Überzeugung, dass es sich später ausszahlt, wenn ich mich jetzt gesund ernähre und auf meinen Körper achte.

Ich habe auch nicht das Gefühl auf etwas zu verzichten. Ich habe nicht das Verlangen Süßigkeiten oder ähnliches zu essen. Mir schmeckt was ich esse und ich fühle mich gut damit.

Wenn ich es nicht mögen würde, hätte ich es nicht so lange durchhalten. Hin und wieder ändere ich meine Ernährung, esse dann aber wieder recht lange auf deise Weise.

Ich weiß, dass Mahlzeiten besser schmecken, wenn sie mit Käse überbacken sind oder Zucker enthalten. Mir ist es das aber nicht wert.

Mir reicht eine Ernährung mit so wenig verarbeiteten Zutaten wie möglich und ohne zusätzlichen Zucker.

Ich habe die Erfahrung besonders mit Zucker gemacht. Die ersten Wochen des Verzichts sind sehr schwer. Es wird dann aber immer leichter. Der Geschmack verändert sich auch. Auf einmal schmeckt Gemüse besser und süßer.

Obwohl ich Samstag Abend schon ziemlich müde war, habe ich den Drang verspürt noch nach Hause zu fahren. Ich bin sehr froh es nicht gemacht zu haben. Das wäre wahrscheinlich in die Hose gegangen.

Ich habe mich hingelegt, etwas geschrieben und gelesen. Dadurch ist das Gefühl dann verschwunden.

Als ich dann am Sonntag nach Hause fahren wollte, hab ich noch ein kleines Abenteuer erlebt.

Ich bin selbst für meine Verhältnisse früh aufgewacht. Nachdem ich mein Auto gepackt habe und aus dem Parkhaus fahren wollte, habe ich festgestellt, dass der Kassenautomat im Parkhaus keine 50 € Scheine annimmt. Ich hatte aber nichts anderes. Kartenzahlung ging auch nicht.

Ich habe dann den nächsten Geldautomaten gesucht, als ich da war, musste ich feststellen, dass es ihn nicht mehr gab.

Auf dem Weg dorthin bin ich aber in einer Kneipe vorbeigekommen aus der noch Musik kam. Ich bin also dort hinein und habe gefragt, ob sie mir das Geld wechseln können.

Es war eine Rocker Kneipe, laute Musik, alle waren voll tätowiert mit Lederjacke und ich stand dort in meiner Trainingshose. Irgendwie ein merkwürdiges Gefühl. Ich habe mich selten so fehl am Platze gefühlt.

Der Barkeeper sah auch nicht sonderlich begeistert aus. Ich hatte den Eindruck, dass er das Geld lieber nicht wechseln wollte und Angst hatte, dass ich ihn betrüge. Er hat etwas gezögert als er den Schein angenommen hat.

Ich bin ihm aber sehr dankbar, dass er es dann trotzdem gemacht hat.

Am Ende hat alles geklappt und es hat mir gezeigt, dass ich mit Herausforderungen umgehen kann und eine Lösung finde. Es war zwar nichts wirklich großes, trotzdem hat es gut getan.

Ich bin nicht hilflos und weiß mir selbst zu helfen.

Obwohl es super nervig war, bin ich froh, diese Erfahrung gemacht zu haben.

Es stärkt mein Selbstvertrauen Dinge selbst zu regeln und eine Lösung zu finden.

Während ich das Auto geladen habe, habe ich noch einen Spaziergang durch den Bürger-Park gemacht. Ich hatte dort noch Zeit zum Durchatmen.

Der Park ist sehr groß und es gibt sogar ein Tiergehege.

Es hat mir wieder mal gezeigt, wie wohl ich mich in der Natur fühle. Ich bin lieber im Wald, an einem Fluss oder See oder einem Park als in der Stadt.

Diese Orte haben etwas beruhigendes. Auch wenn ich kaum etwas sehen konnte, hat es diesen Effekt auf mich gehabt.

Der Park wird komplett privat finanziert. Dazu gibt es unter anderem eine Stiftung und Pachteinnahmen durch die Gastronomie. Das finde ich sehr interessant.

Vielleicht ist das auch ein Konzept für zuhause.

Der Rückweg war dann auch sehr anstrengend. Es war dunkel und hat angefangen stark zu schneien. Weil es noch sehr früh war, wurden die Straßen noch nicht geräumt.

Anstatt locker zurückzufahren, musste ich mich stark konzentrieren und bin nur langsam vorangekommen.

Ich habe mich zuhause völlig erledigt gefühlt. Ich habe fast den ganzen restlichen Tag im Bett verbracht.

Jemanden in einer anderen Stadt zu besuchen und nicht alleine hinzufahren war ein Test.

Es hat mir gut gefallen nicht die ganze Zeit alleine gewesen zu sein und jemanden gehabt zu haben, der mir die Stadt zeigen kann.

Ich möchte ein für mich passendes Verhältnis aus Zeit für mich und Zeit in Gesellschaft für meine Reisen finden. Es wird wahrscheinlich kein festes Verhältnis geben und jedes Mal etwas anders sein.

Das kann ich dann aber auch immer spontan entscheiden.

Die Verteilung der Zeit hat mir dieses Mal schon sehr gut gefallen. Ich hatte den Morgen für mich und tagsüber haben wir uns getroffen und gemeinsam die Stadt besichtigt und gegessen.

Was ist dein Traum? Wie kann ich helfen?